Das Problem der Schwarzarbeit im Nachhilfemarkt

Der Bedarf nach Nachhilfe ist groß!

Eins ist klar: Schulen können schon lange nicht mehr die individuelle Förderung aller Schüler und Schülerinnen gewährleisten. Nachhilfeunterricht ist also zu einem festen Bestandteil unserer Bildungslandschaft geworden. Die Zahlen einer Bertelsmann-Studie von 2006 belegen dies deutlich: Jeder vierte Schüler nimmt in seiner Schullaufbahn bezahlte Nachhilfe. So investierten Eltern in die individuelle Förderung Ihrer Kinder hierzulande zwischen 942 und 1.468 Millionen Euro im Jahr. (1) Aktuell wird der Bedarf sicherlich um einiges höher sein, denn Corona-bedingte Schulausfälle und Homeschooling resultieren in Bildungsungleichheiten, die durch Nachhilfeunterricht abgefangen werden müssen. Aber auch gute Schüler und ehrgeizige Eltern nutzen Nachhilfe als Möglichkeit, um mit bestmöglichen Noten in der Schule glänzen zu können.

2/3 des Bedarfs decken freie Tutoren - häufig findet dabei Schwarzarbeit statt

Der Bedarf an Nachhilfe ist also enorm. Doch bei wem und wo suchen die ganzen SchülerInnen und deren Eltern nach Unterstützung?

Circa ein Drittel vertrauen bei der individuellen Förderung auf institutionelle Angebote. In Deutschland gibt es etwa 4.000 Nachhilfeinstitute in denen circa 50.000 Nachhilfelehrkräfte arbeiten.

Zweidrittel des Marktvolumens wird von freien Tutoren bedient. Schätzungen zufolge gibt es um die 700.000 Personen, die hin und wieder als NachhilfelehrerIn tätig werden. Diese Personen sind (pensionierte) Lehrkräfte, Schüler und Studierende oder andere Bekannte im privaten Umfeld des hilfesuchenden Schülers. Häufig wird dieser Anteil auch „Schwarzmarkt“ genannt, denn leider findet die Nachhilfe oft schwarz statt. Das bedeutet, dass die Tätigkeit als NachhilfelehrerIn den zuständigen Behörden nicht gemeldet wird. Die Bezahlung erfolgt meist bar, es gibt keine offizielle Rechnung über die getätigte Nachhilfe und die Einnahmen werden bei der Steuer nicht angegeben. (2)(3)

Exkurs: Als freier und privater NachhilfelehrerIn legal unterrichten

Nachhilfe ist eine unterrichtende Tätigkeit und fällt in der Regel nach § 18 Einkommenssteuergesetz unter eine selbstständige freiberufliche Tätigkeit. Da aus der Nachhilfe Einkünfte erzielt werden, ist die Tätigkeit auf jeden Fall beim Finanzamt anzumelden. Dadurch besteht auch die Verpflichtung eine Steuererklärung abzugeben. In dieser müssen alle Einnahmen und Ausgaben in einer sogenannten „Einnahmen-Überschuss-Rechnung“ dargestellt werden. Besonders für Studierende, die sich neben dem Studium durch Nachhilfe etwas dazu verdienen möchten, ist der Steuergrundfreibetrag interessant. Denn liegen die Einkünfte in einem Jahr unter dem Grundfreibetrag von 9 744 Euro, müssen keine Steuern bezahlt werden (§ 32 a EstG). Die Pflicht sich beim Finanzamt anzumelden und die Einnahmen auszuweisen, besteht aber trotzdem!

Bei Einnahmen unter 9 744 Euro im Jahr (Grundfreibetrag), fallen keine Steuern an!

Wie ist also als freier Nachhilfelehrer vorzugehen? Bevor private Nachhilfe gegeben wird, sollte der freie Tutor den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung für Einzelunternehmen einreichen. Seit dem 01.01.2021 besteht bei diesem Fragebogen die Pflicht der elektronischen Übermittlung (§ 138 Abs. 1b Abgabenordnung). Das heißt, der Fragebogen muss über ELSTER – quasi dem Online-Finanzamt – eingereicht werden. Dafür ist zunächst eine Anmeldung bei ELSTER notwendig. Da hier ein Verifizierungsverfahren durchgeführt wird, dauert der gesamte Prozess eine Weile. In dem Fragebogen werden unter anderem Angaben zur Person, der Art der Tätigkeit und den geplanten Einnahmen gemacht. Letztere Angabe benötigt das Finanzamt, um ggfs. eine Steuervorauszahlung festzusetzen. Klar kann keiner seine Einnahmen ganz genau schätzen, deshalb besteht die Pflicht nach Jahresende die tatsächlichen Einkünfte in der Steuererklärung anzugeben. Dabei wird dann geschaut, ob zu viel oder zu wenig Steuern vorausgezahlt wurden. 

Der Schwarzmarkt – Intransparent und häufig von mangelnder Qualität

Der Nachhilfemarkt ist ein sehr intransparenter Markt. Jeder kann Nachhilfe geben und häufig nehmen Eltern und SchülerInnen in Not einfach die Hilfe einer Person an, die als erstes zur Stelle ist. Doch wie im Artikel „Qualifizierung von Nachhilfelehrkräften“ erörtert, sind die Anforderungen an eine Nachhilfelehrkraft komplex. Fachliches Wissen allein reicht bei weitem nicht aus. Methodische und didaktische Kompetenzen sind gefragt. Nicht jeder, der sich NachhilfelehrerIn nennt, hat auch die benötigten Fähigkeiten. Das Problem am Schwarzmarkt ist, dass keiner die Kompetenzen eines Nachhilfelehrers, der sein Angebot bspw. ans schwarze Brett in der Schule hängt, überprüft. Seriöse Nachhilfe-Institute legen großen Wert auf qualifizierte Lehrkräfte, investieren in Weiterbildungen und überprüfen die Qualität der Nachhilfe. Bei Angeboten auf dem Schwarzmarkt vertrauen Schüler und Eltern zu Beginn häufig auf ihr Bauchgefühl und in die Fähigkeiten der Lehrkraft. Leider hält nicht jeder freie Tutor das was er verspricht. Das heißt keineswegs, dass alle Nachhilfelehrer, die nicht in einem Institut tätig sind, schlecht sind. Vielmehr liegt das Problem darin, dass Eltern/Schüler mangelnde Qualität nicht auf Anhieb erkennen können.

Wettbewerbsverzerrung durch Schwarzarbeit

„Schwarze Schafe“, die ihre Einnahmen nicht versteuern und auch kein Geld in Weiterbildungen investieren, locken mit günstigen Preisen. So landen viele Schüler häufig erstmal bei Tutoren, die zwar günstig sind, aber auf Grund mangelnder Qualität nicht die erhofften Erfolge erzielen. Natürlich ist das sehr ärgerlich für qualifizierte freie Tutoren sowie für Nachhilfeinstitute. Zum einen da die Preise verzerrt werden und zum anderen der Ruf der Nachhilfe darunter leidet. Die Lösung des Problems ist es, mehr Transparenz zu schaffen. Werden alle Angebote vergleichbar anhand von Kriterien wie Preis, Leistung, Qualität und Bewertung, können Eltern bzw. Schüler sich für die für sie beste Option entscheiden. Herrscht Transparenz haben „schwarze Schafe“ schlechte Karten. Denn keiner möchte mangelhafte Nachhilfe, wenn es bessere Optionen – wie das Nachhilfe-Institut oder die qualifizierte private Lehrkraft im Ort oder Nachbarort – gibt.

Nachhilfevergleichsplattformen wie TutorSpace schaffen Transparenz und fördern Qualität

TutorSpace hat das Ziel, der Marktplatz für die passende Nachhilfe zu sein. Wir glauben, dass der Schwarzmarkt nur reguliert werden kann, indem man ihn transparent macht. In einem transparenten Markt entscheiden Eltern anhand einer klaren Informationsbasis und haben die Möglichkeit eine bewusste Entscheidung zu treffen. Nachhilfeschulen profitieren davon, denn durch ihre überprüfte Qualität und die umfangreichen Leistungen sticht das Angebot in einem transparenten Markt hervor. Auf TutorSpace können Eltern Ort, Preis, Leistungsbeschreibungen und Bewertungen anderer Nutzer vergleichen. In der Standardsortierung der Angebote wird ein cleverer Algorithmus verwendet, der dafür sorgt, dass gute Angebote weiter oben gelistet werden.  Faktoren wie Bewertungen, Schreibfehler im Beschreibungstext, Bilder, Lesbarkeit etc. werden hierbei berücksichtigt. Denn wir möchten, dass möglichst viele Schüler und Schülerinnen wirkungsvolle Nachhilfe erhalten und qualitativ hochwertiger außerschulischer Unterricht belohnt wird!

Der VNN meint:

Fast alle im VNN organisierten Nachhilfeschulen sind von der Umsatzsteuer befreit. D. h. fast alle etwa 13.000 Lehrkräfte sind von den zugehörigen Bezirksregierungen überprüft und verpflichtet, eine jährliche Steuerklärung abzugeben. Die Honorarsätze liegen im allgemein akzeptierten Preisniveau und die Nachhilfeschule sorgt mit ihrem guten Namen im Eigeninteresse dafür, dass stets SchülerInnen die Nachhilfe aufsuchen. Hier wird dem Schwarzmarkt ein klarer Riegel vorgeschoben.

Quellenverzeichnis:

 

 

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