Qualifizierung von Nachhilfelehrkräften

Gute Nachhilfe zeichnet sich durch viele Faktoren aus. Eine angenehme Lernumgebung, ergänzende digitale Ausstattung und die richtigen Tools für Online-Nachhilfe wurden bereits in vorherigen Beiträgen thematisiert.

Doch am Ende ist und bleibt der entscheidende Faktor die lehrende Person!

Aber was zeichnen wirklich gute (Nachhilfe-)Lehrkräfte aus? Und wie kannst Du die Qualifizierung Deiner Nachhilfelehrer sicherstellen und diese kontrollieren?  Diese Fragen werden hier geklärt!

Was zeichnet eine gute Lehrkraft aus?

Die Lehrperson muss die Methodik und Didaktik beherrschen, um seinen Schülern wieder Selbstbewusstsein zu geben. Außerdem müssen Lernstrategien für ein selbstständiges Arbeiten vermittelt werden können. Die Lehrkraft sollte zudem analytische Fähigkeiten besitzen, um den Lernstand des Schülers beurteilen zu können und einen entsprechenden Lernplan aufzustellen, der das Kind wieder an das Leistungsniveau seiner Klasse heranführt. Und natürlich muss die Lehrkraft das fachliche Wissen im Schlaf beherrschen.

Eine Befragung unter 200 Schülerinnen und Schülern der Mitgliedsschulen des VNN ergab folgendes Wunschbild eines (Nachhilfe-)Lehrers
 (Quelle: https://www.nachhilfeschulen.org/index.php?GuterUnterricht ):

  • soll Menschlichkeit und Verständnis für den Schüler besitzen (69 %),
  • die richtigen Methoden zur Wissensvermittlung beherrschen (68 %),
  • geduldig sein (66 %),
  • Interesse am Unterrichten haben (61 %).


Klar ist also, es reicht nicht aus, fachlich ein Genie zu sein. Vielmehr benötigt es vielfältige Fähigkeiten und Kompetenzen, um den Schülern optimal helfen zu können. Die Frage ist, wie stellst Du sicher, dass deine Lehrkräfte diesen Herausforderungen gewachsen sind? Auf jeden Fall sollten die Lehrkräfte geschult sein bzw. werden. Dabei kannst Du intern Weiterbildungskonzepte für Deine Nachhilfelehrer zur Verfügung stellen sowie bestehende Konzepte von Drittanbietern nutzen.

Qualifizierung durch Drittanbieter am Beispiel von TutorWatch

Ein Anbieter für die Ausbildung zum Nachhilfelehrer ist TutorWatch. Das Unternehmen bietet Online-Schulungen zur Qualifizierung von Nachhilfelehrern an. Durch das E-Learning-Verfahren können die (angehenden) NachhilfelehrerInnen nach festgelegten Standards ihre methodisch-didaktischen Kenntnisse erweitern. Das E-Learning besteht aus Lehrtexten und Videoclips. Laut TutorWatch werden für das Erarbeiten der Ausbildungsinhalte ca. zwei Wochenenden bei entsprechenden Vorkenntnissen benötigt. Am Ende der gesamten Online-Schulung steht ein Online-Abschlusstest. Der Test besteht aus Multiple-Choice-Fragen, welche in einer bestimmten Zeitvorgabe zu beantworten sind. Bei Bestehen der Prüfung erhält der/die TeilnehmerIn ein Zertifikat als Nachweis, dass er/sie den Anforderungen an professionelle Nachhilfe gerecht wird.

Eine ausführlichere Darstellung der Schulungsinhalte findest Du auf der TutorWatch Webseite: https://www.tutorwatch.de/fuer-institute/ausbildung/ 

Kosten für die Schulung

Bildet sich die Lehrkraft privat weiter, kostet der Kurs 39,00 Euro. Möchtest Du die Schulung deinen Mitarbeitern zur Verfügung stellen, dann kann Dein Nachhilfeinstitut TutorWatch-Partner werden. Die TutorWatch-Partnerschaft ist grundsätzlich kostenlos. Du zahlst lediglich die Prüfungsgebühr pro angemeldeten Mitarbeiter (ab 26,90 €)

Weitere Informationen: https://www.tutorwatch.de/fuer-institute/partnerschaft/

Fazit zu TutorWatch

TutorWatch ist eine gute Möglichkeit Deinen Lehrkräften kostengünstig eine qualifizierte Ausbildung zu bieten. Es werden wichtige Themen behandelt und die Lehrkräfte können das Gelernte bei dem Abschlusstest unter Beweis stellen. Allerdings findet hier keine praktische Prüfung statt. Deshalb solltest Du die Qualifikation Deiner Lehrkräfte auch einmal „live“ überprüfen.  Denkbar ist hier ein persönliches Gespräch mit der Lehrkraft, in welchem Du einige knifflige Fallbeispiele durchspielst in Form eines Rollenspiels. Sehr empfehlenswert ist es auch, dass Du eine Nachhilfestunde der neuen Lehrkraft besuchst.  

Weitere Anbieter für die Qualifizierung von Nachhilfelehrkräften

Das Institut für integrative Lerntherapie und Weiterbildung (IFLW) bietet ebenfalls eine Online-Ausbildung zum Nachhilfelehrer („Didaktik für Nachhilfelehrer/innen“) an. Der Fernlehrgang dauert 90 Tage, kann aber jederzeit früher abgeschlossen werden. Enthalten sind ein Lehrheft im Umfang von 130 Seiten sowie praktische Arbeitshilfen (z.B. Checklisten, Lerntypentest, Anleitung für ein individuelles Lerntraining). Außerdem erhalten Teilnehmer zusätzlich Zugang zu einem Online-Fachforum und können sich dort mit anderen Teilnehmenden austauschen.

Der Lehrgang durch IFLW ist allerdings deutlich teurer als das Angebot bei Tutorwatch. 380 € kostet die Online-Schulung, nach welcher es ein Teilnahmezertifikat gibt. Für die Online-Fachkundeprüfung zum „Zertifizierte/r Nachhilfelehrer/in (IFLW)“ werden nochmal 285 € fällig.

Weitere Informationen: https://www.iflw.de/nachhilfe/nachhilfelehrer-ausbildung-fortbildung.htm

Interne Qualifizierungsprozesse

Eine Schulung durch Drittanbieter zu Beginn der Einstellung ist ein guter Start. Wichtig jedoch ist auch, die Qualität der Lehrkräfte fortwährend sicherzustellen und zu verbessern. Die Investition in die Qualität der Lehrkräfte lohnt sich definitiv! Folgende Punkte kannst Du in Deine internen Qualifizierungsprozesse aufnehmen:

    • Definiere regelmäßig stattfindende interne Fortbildungsangebote. Organisiert z. B. einmal im Monat ein Erfahrungstreffen der Lehrkräfte mit der Schulleitung. Der Erfahrungsaustausch untereinander ist sehr wertvoll. Solche Treffen sind online auch gut möglich!

    • Persönliche Schulungsgespräche der Schulleitung oder des pädagogischen Leiters mit der Lehrkraft. Diese können regelmäßig stattfinden oder wenn eine LK Schwierigkeiten mit Schülern oder mit dem Unterrichtsstoff hat.

      Tipp
      : Erstellt ein Template mit Fragen, welche jede Lehrkraft vorab für sich ausfüllen soll. Fragen könnten z. B. sein: was ist gut gelaufen, wo gab es Schwierigkeiten, wo brauche ich Unterstützung etc.  Dadurch ist jede Lehrkraft dazu angehalten sich selbst zu reflektieren und zu hinterfragen.

    • Organisiert einmal oder zweimal im Jahr eine „echte“ Fortbildung zu einem aktuellen Thema, welches den Lehrkräften wichtig ist. Ein guter zeitlicher Umfang ist hierfür ein halber Tag. Übrigens, über Google Forms kannst Du ganz schnell eine Umfrage starten. So kannst Du schnell und unkompliziert herausfinden, welches Thema die Lehrkräfte beschäftigt.

    • Angebote zu externen Fortbildungen (online oder persönlich). Schaue auch bei Schulbuchverlagen, diese bieten häufig Fortbildungen an.

Interne Qualitätskontrollen der Nachhilfelehrkräfte

Gute Lehrkräfte sind ein entscheidender Erfolgsfaktoren jedes Nachhilfeinstituts. Deshalb solltest Du die Qualität auch regelmäßig überprüfen. Folgende Maßnahmen eignen sich zur Qualitätskontrolle:    

    • Vor der Einstellung einer Lehrkraft sollte erstmal die Grundqualifikation der Lehrkraft kontrolliert Lasse Dir also auf jeden Fall alle Unterlagen vorlegen, wie Studiennachweise, Zeugnisse sowie ein Führungszeugnis. Die Kosten für die Ausstellung eines Führungszeugnisses betragen lediglich 13 Euro. Scheue Dich also nicht ein Führungszeugnis von Deinen Lehrkräften zu verlangen.

    • Hospitationen im Unterricht durch Kollegen oder den Pädagogischen Leiter. So kann die Unterrichtsqualität am besten beurteilt werden und erfahrene Lehrkräfte, können neueren Kollegen wertvolle Tipps geben.

    • Führe regelmäßige persönliche Gespräche mit Deinen Lehrkräften. In den Gesprächen offenbaren sich häufig Probleme und so kann frühzeitig gegengesteuert werden.

    • Die Qualität der NachhilfelehrerInnen spiegelt sich am besten in der Zufriedenheit der SchülerInnen und Eltern wider. Führe deshalb mindestens einmal jährlich Kundenbefragungen Diese Befragung sollte lehrkraftbezogen und nicht anonym sein.

Der VNN rät:

Installieren Sie Fort- und Weiterbildung konkret und regelmäßig in Ihrer Nachhilfeeinrichtung. Die Lehrkräfte müssen wissen, dass Ihnen die Qualifikation wichtig ist. Auch Lehrkräfte, die Lehramt studiert haben oder es studieren, haben einen Bedarf an Fortbildung im Bereich Nachhilfeunterricht. Denn Nachhilfe ist etwas anderes als Unterricht in der Schule zu geben in Klassen von bis zu 30 Schülern.

Bleiben Sie immer in einem engen Austausch mit Ihren Lehrkräften. Fordern Sie sie auch beiläufig auf, über ihre Schüler zu sprechen, über den Unterricht, darüber, wie die letzte Stunde gelaufen ist. An den Antworten können Sie ablesen, ob sich die Lehrkraft mit dem Schüler wirklich individuell beschäftigt. Fragen Sie auch Ihre Schüler hin und wieder beiläufig, wie es im Unterricht mit dem Nachhilfelehrer läuft, ob er sich wohl fühlt und welche Wünsche er hat.

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